Zur Premiere des Familienmusicals "Das letzte Einhorn" am Theater für Niedersachsen (TfN) ist nun eine CD erschienen. Das Musical nach dem Roman von Peter S. Beagle wurde von Christian Gundlach geschrieben, der ebenfalls die Musikalische Leitung des Gesamtprojektes trägt. Dabei fällt direkt die für ein Musical äußerst unkonventionelle Instrumentierung auf, die sich jedoch beim Hören als äußerst glücklich erweist. Neben einem exzellent von Elsbeth Moser eingespielten Akkordeon erklingen neben einem kleinen Streichtrio auch viele Instrumente, die man der traditionellen Weltmusik zuordnen kann. Neben unterschiedlichen Flöten sind es vor allem die vielfältig eingesetzten Percussioninstrumente oder Dudelsäcke, die für ein folkloristisch anmutendes Arrangement sorgen. Die von Gundlach ebenfalls geschriebenen Arrangements gehen auf die oftmals interessanten harmonischen Wendungen der Partitur ein und unterstützen die Aussagekraft vieler Songs. Vor allem sie sorgen für anhaltende Aufmerksamkeit des Hörers.
Die von der MusicalCompany des Hauses gesangstechnisch einwandfrei interpretierten Rollen sind mit Annika Dickel, Navina Heyne, Jonas Hein, Michaela Linck, Frank Brunert und Jens Plewinski durchweg gut besetzt. Auch die verbindenden Dialoge sind gelungen. Die zahlreichen Reprisen des Songs "Auf deinem Weg" erklingen dank Arrangements und Gesang in immer neuen Gewändern und werden so nie langweilig. Vergnügte Songs wie "Meine besten Tricks" oder "Trau deinen Augen nicht" wechseln hier stimmig mit melodiösen und träumerischen Balladen ("Mein Herz ist wie ein Meer"). Nicht unerwähnt bleiben sollte auch das vorbildlich ausführliche Booklet.
Die Erwartung an eine pompös instrumentierte Musicalfassung des bekannten Stoffes enttäuscht das TfN. Dafür gibt es aber eine vollkommen eigenständige und gerade bei mehrmaligem Hören immer eingängiger werdende Einspielung, die durch ihre Arrangements und die feinfühlige wie fantasiereiche musikalische Umsetzung der Geschichte gerecht wird und zu den interessanten Neuerscheinungen des Jahres zählen darf! Schade, dass nach 50 Minuten schon Schluss ist.
Text: Michael Potthast







