Das Musical Netzwerk:

That´s Musical - Das Magazin für Musicals. Wir lieben Musicals.

thatsMusical ist das kompetente Musicalmagazin für Deutschland, Österreich und die Schweiz mit Musicals, Tickets, Infos und Hintergründen.

Musicalreise
Hier preiswert buchen: Musical
und Hotel für beliebte Musicals!
Musical und Hotel - Neuer Partner!

thatsMusical - das Musicalmagazin - News über Musicals

Unterhaltsam: "44 Grad im Schatten" in Hildesheim

Bild vergrößern
Mondschein-Romantik zwischen Frank Brunet (Bill Starbuck) und Michaela Linck (Lizzy Curry). Foto: Andreas Hartmann
Mondschein-Romantik zwischen Frank Brunet (Bill Starbuck) und Michaela Linck (Lizzy Curry). Foto: Andreas Hartmann
15.02.2011 Rezension

In Hildesheim wurde bereits jetzt der Sommer eingeläutet, denn im Theater für Niedersachsen heißt es fortan "44 Grad im Schatten" in einem Musical, das 1963 unter dem Titel "110 in the Shade" am Broadway uraufgeführt wurde und dort zuletzt 2007 ein Revival erlebte, das sich nach nicht einmal drei Monaten schon wieder verabschiedete.

"44 Grad im Schatten" spielt während einer Dürreperiode im amerikanischen Westen der 1930er Jahre, so dass - passend zur Zeit der Handlung - feinste Swingmusik aus dem Orchestergraben erklingt, die gut ins Ohr geht. Achim Falkenhausen und seine mit Drive spielenden Musiker liefern mit ihrem satten Big-Band-Sound das Grundgerüst für die solide Inszenierung von Craig Simmons, die ebenso großartige wie fragwürdige Momente bietet.

Durchaus gelungen sind die Regieeinfälle, den Hochstapler Bill Starbuck (Frank Brunet), der sich als Regenmacher ausgibt, unter Einsatz von Pyrotechnik auftreten zu lassen. Außerdem hat Starbuck einen echten Esel auf der Bühne dabei, der im wahren Leben auf den Namen Hilde hört und aus dem Familienpark Sottrum stammt. Sehenswert ist auch das Finale, wenn der lang ersehnte Regen einsetzt und tatsächlich die Bühne unter Wasser gesetzt wird. Doch wiederum bietet die Inszenierung auch Momente, wo nicht ganz klar wird, was Simmons dem Publikum damit zeigen möchte oder inwiefern die Szene die Handlung voranbringen soll. So zum Beispiel wenn Lizzie (Michaela Linck) ziemlich lasziv und mit kreisender Hüfte vor ihrem Vater (Jens Krause) zu tanzen beginnt.

Während die Kostüme von Steffen Lebjedzinski zeitgemäß und sehr schön anzusehen sind, so ist sein Bühnenbild recht einfach, aber funktionell. Dank der Drehbühne gelingen fließende Szenenwechsel zwischen den Hauptspielorten - dem Büro des Sheriffs, der Ranch der Familie Curry, dem Zirkuswagen von Bill Starbuck und dem Picknickplatz für das Picknick zum amerikanischen Unabhängigkeitstag.

Was dieses Musical aber erst wirklich empfehlenswert macht, ist das durchweg starke Ensemble der TfN-MusicalCompany. Allen voran überzeugt Michaela Linck in der Rolle der Lizzie Curry mit ihrem klaren Sopran. Die Wandlung ihrer Rolle von einer Frau, die bestens ohne Mann auskommt, zu einer Frau, die sich letzten Endes sogar gleich zwischen zwei Männern entscheiden muss, gelingt ihr sehr gut - auch wenn buchbedingt (Buch: Richard Nash) nicht ganz klar wird, woher der plötzliche Sinneswandel kommt.

Nicht ganz unschuldig an Lizzies Sinneswandel ist Bill Starbuck, dargestellt von Frank Brunet, der einerseits der Hochstapler ist, der Leute um ihr Geld erleichtert und ihnen im Gegenzug Regen verspricht, aber andererseits sein Herz am rechten Fleck trägt und Lizzie zeigt, dass sie begehrenswert ist. Brunet gibt den Starbuck äußerst sympathisch und interpretiert seine Songs mit kräftiger Stimme. Sein "Regenlied", eine stimmige Jazz-Gospel-Nummer, gerät zum musikalischen wie choreografischen Höhepunkt (Choreografie: Maik Damboldt).

Sebastian Strehler ist als Sheriff File der zweite Mann an der Seite von Lizzie, der das Stück mit seinem solide gesungenen "Wieder zu heiß" eröffnet und wunderbar den verbitterten jungen Mann gibt, der von sich selbst behauptet, Witwer zu sein, um sich nicht eingestehen zu müssen, dass ihm seine Frau vor Jahren davonlief.

Neben diesen drei starken Hauptdarstellern bleiben aber auch die anderen Solisten glücklicherweise nicht blass. Jens Krause ist als H.C. Curry ein liebevoller Vater und Jonas Hein als Noah Curry ein besorgter Sohn und Bruder. Besonders großes schauspielerisches Talent beweist Jens Plewinski als Jimmy Curry. Denn er hat die schwierige Aufgabe, einen nicht ganz hellen Mann darzustellen, ohne dabei in Albernheit abzudriften. In seiner Darstellung erinnert er ein wenig an Leonardo di Caprio in der Rolle des Arnie im Film "Gilbert Grape". Eine witzige Szene gelingt ihm gemeinsam mit der komödiantisch ebenfalls sehr überzeugenden Navina Heyne als Snookie Updegraff und dem Song "Der rote kleine Hut".

Mit "44 Grad im Schatten" überrascht das TfN erneut, obwohl sich Christian Gundlach, Leiter der MusicalCompany, für ein relativ altes und unbekanntes Stück entschieden hat. Doch die eingängige Musik, die starke Cast sowie die lockere und witzige Handlung versprechen einen unterhaltsamen Musicalbesuch.

Text: Dominik Lapp

Bild vergrößern
Die Dorfbewohner freuen sich über den einsetzenden Regen. Foto: Andreas Hartmann
Bild vergrößern
Das Premierenpublikum feiert Frank Brunet, Michaela Linck und Sebastian Strehler. Foto: Dominik Lapp
Artikel vom 15.02.2011    |    Musicalmagazin    |    Startseite
Thema:  musical  schatten  44  hildesheim  tfn 
Beliebte Meldungen aus dem Musicalmagazin, die für Sie interessant sein können:




Suche
Musicals & Tickets
Facebook Fan
thatsMusical Facebook Seite - Sie verlassen thatsmusical.de
Twitter
thatsMusical bei twitter - Sie verlassen thatsmusical.de
Anzeige
youtube
thatsMusical TV auf youtube.com - Sie verlassen thatsmusical.de
Anzeige
Nach dem Musical ins Hotel!
Musical CDs und DVDs
RSS Feed
thatsMusical rss feed
Anzeige
© Copyright by thatsMusical Verlagsgesellschaft bR - das Medienhaus für Musical und Entertainment, Germany. Alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt.
thatsMusical ® ist eine eingetragene Marke der thatsMusical Verlagsgesellschaft bR beim Deutschen Patent- und Markenamt.
Die Rechte einschließlich © Copyright aller abgebildeten Musical-Cover, -Titel, -Logos, -Bilder und -Fotos liegen beim jeweiligen Produzenten, Vermarkter bzw. Rechteinhaber.
Musicalnetzwerk: Musical, Musicaltickets, Musicalforum, Musicalverlag