Mitreißende Welthits, heiße Tango-Rythmen und eine emotionale Handlung - „Evita" ist nicht umsonst eines der erfolgreichsten Musicals von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice. Glanzvolle Darsteller tun ihr übriges und sorgen für Gänsehaut und Standing Ovations beim Münchner Premierenpublikum im Deutschen Theater München.
Sie ist die wohl bekannteste Argentinierin der Welt - Evita. Geboren in Armut, erkämpft sie sich mit Ehrgeiz und Raffinesse eine Position in den höchsten Gesellschaftskreisen Buenos Aires, wird zu einem populären Medienstar und der vom Volk vergötterten First Lady Argentiniens.
Ihr Charakter und ihr unvergleichlicher Aufstieg in den schwierigen 1930/40er Jahren faszinierte auch das durch "Jesus Christ Superstar" bereits weltweit erfolgreiche Autorenteam Andrew Lloyd Webber und Tim Rice. Ein wahnwitziges Geflecht aus ehrgeizig verfolgten Träumen, politischen Manipulationen gepaart mit der Gier nach Macht, Wohlstand und Anerkennung in einem bis zum bitteren Ende verschworenen Liebespakt - aus diesem aufregenden Stoff schufen sie eine grandiose Partitur.
„Evita" ist ein rundherum beeindruckendes Musical das in München vorallem durch das erstklassige Ensemble überzeugt. Abigail Jaye verzaubert als Evita mit glockenklarer Stimme und zieht das Publikum gleichzeitig mit fesselnder Ausdruckskraft in ihren Bann. Ihr "Don't Cry For me Argentina" ist ohne Zweifel das Highlight des Abends. Aber auch für Stücke wie "You Must Love Me" oder "Rainbow High" erntet sie langen Applaus. Mark Powell führt als Student Che, nach dem Vorbild Che Guevara, mit viel Sympathie und starker Stimme durch die Geschichte. Leider kann er in den Höhen nicht immer punkten. Mark Heenahan verkörpert die Rolle des Präsident Péron überzeugend und hat seinen großen Aufritt mit dem Song "She is a Diamond".
Neben dieser hochkarätigen Besetzung und einem exzellenten Live-Orchester besticht diese Inszenierung unter der Regie von Bob Tomson und Bill Kenwright sowie der Choreographie von Bill Deamer mit einer stilvoll-aufwendigen aber dennoch schlichten Ausstattung, kreiert von Matthew Wright. Das Publikum erlebt das englische Original mit deutschen Seitentiteln in der Übersetzung von Michael Kunze.
Eine sehr schöne Idee dieser Tourproduktion ist es, auch Kinderrollen mit jungen Nachwuchssängerinnen aus den Regionen der Gastspielstädten zu besetzen. So haben Laura Kempenaers (11), Julia Komljenovic (10), Florentine Kühner (8) und Bettina Reger (9) mit "Santa Evita" ihren großen Auftritt und zaubern dem Publikum ein verzücktes Lächeln ins Gesicht.
Leidenschaftlich, mitreißend und temperamentvoll - so zeigt sich „Evita" in München. Noch bis zum 12. Dezember 2010 macht die Tour halt in der bayerischen Landeshauptstadt. Danach folgen Frankfurt, Essen, Bremen, Leipzig, Baden-Baden, Zürich und Bregenz
Text: Friederike von der Kuhlen







