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Hairspray neues Musical im Kölner Musical Dome

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Maite Kelly als Tracy Turnblad im neuen Kölner Musical "Hairspray". (Foto: Thommy Mardo)
Maite Kelly als Tracy Turnblad im neuen Kölner Musical "Hairspray". (Foto: Thommy Mardo)
14.01.2010 Drucken

Nach New York und London ist Marc Shaimans Musical “Hairspray“ seit Dezember 2009 nun auch im Kölner Musical Dome zu sehen. Die mit 31 internationalen Preisen ausgezeichnete Feel-Good-Show kann in der Karnevalhochburg mit einem hochkarätigen Ensemble – an der Spitze Uwe Ochsenknecht und Maite S. Kelly – aufwarten.

Die im Jahr 1962 in Baltimore spielende Handlung orientiert sich an dem John-Waters-Film “Hairspray“ (1988) und ist recht dürftig: Die pummelige Teenagerin Tracy Turnblad möchte in einer US-Fernsehshow tanzen – und schafft es. Tracy möchte den süßesten Typen der Stadt – und bekommt ihn. Zwischendurch wird noch gegen die Trennung von Schwarzen und Weißen protestiert und alles endet mit Friede, Freude, Eierkuchen in einem großen Finale.

Regisseur Jack O’Brien hat die bunte Show mit Tempo inszeniert und lässt eigentlich nur in dem Liebesduett von Tracys Eltern ein wenig Herzschmerz aufkommen. Ansonsten ist “Hairspray“ vor allem eine spaßige Tanzshow mit tollen Choreografien (Jerry Mitchell und Rusty Mowery) und mal mehr, mal weniger guter Musik aus der Feder von Marc Shaiman. Ohrwurmqualität haben dabei vor allem Songs wie “Good Morning, Baltimore“ und “Niemand stoppt den Beat“, während einige andere Songs belanglos vor sich hin plätschern.

Das knallbunte Bühnenbild von David Rockwell und Richard Jaris ist recht einfach gehalten, ebenso die typischen Sixties-Kostüme von William Ivey Long und Martha Bromelmeier. Sowohl Bühnenbild als auch Kostüme erfüllen ihren Zweck, bieten aber nichts, was man nicht schon aus anderen Musicals wie “Grease“ kennt.

Auch wenn das nun alles wenig spektakulär klingen mag, lohnt sich “Hairspray“ trotzdem – Uwe Ochsenknecht sei dank! Allen Unkenrufen zum Trotz gibt der bekannte Schauspieler eine mitreißende Edna Turnblad (inklusive rasierten Beinen). In dieser Frauenrolle ist er absolut überzeugend und zeigt großes komödiantisches Talent und eine geniale Mimik. Noch dazu hat er eine angenehme Singstimme. Was Ochsenknecht auf der Bühne abliefert, scheint ihm sichtlich Spaß zu machen – und der berühmte Funke springt auch sofort auf das Publikum über. Die Produzenten von “Hairspray“ dürften damit also alles richtig gemacht haben, ihn als Zugpferd für die Show zu engagieren.

Mit Maite S. Kelly (bekannt aus der Kelly Family) in der Rolle der Tracy Turnblad wurde neben Ochsenknecht ein weiterer Promi verpflichtet. Gesanglich ist sie durchaus passabel, doch vor allem mit ihren tänzerischen Fähigkeiten vermag sie zu überraschen. Schauspielerisch gibt sie die Rolle der Teenagerin sehr süß und komisch, wirkt aber teilweise noch etwas unsicher. Dagegen ist Jana Stelley in der relativ kleinen Rolle der Penny Pingleton absolut überzeugend und vermag Maite S. Kelly fast die Show zu stehlen. Es ist grandios anzusehen, was Stelley aus ihrer Nebenrolle macht: Sie gibt eine quirlige und überdrehte Teenagerin – einen richtigen Wirbelwind – und hat etliche Lacher auf ihrer Seite. Noch dazu überzeugt sie sowohl gesanglich als auch tänzerisch und avanciert zum heimlichen Star der Show.

Nicòle Berendsen gibt die Velma von Tussle als völlig cholerischer und herrschsüchtiger alter Besen. Dabei ist sie so überzeugend, dass man ihr gegenüber sogar eine gewisse Antipathie entwickeln könnte. Ebenso schauspielerisch überzeugend ist Leon van Leeuwenberg als Wilbur Turnblad in seiner Hochwasserhose und den übergroßen Schuhen. Er mimt Tracys Vater als überaus liebenswerten und durchgeknallten Kauz, den das Publikum einfach gern haben muss.

Letztendlich lebt “Hairspray“ vor allem von den äußerst talentierten Künstlern auf der Bühne – sie allein machen einen Besuch dieser Show lohnenswert. Wer ohnehin auf Popcorn-Entertainment steht und Musik aus den Sixties mag, der dürfte an dieser flippigen Show durchaus gefallen finden, denn: “Niemand stoppt den Beat!"


Autor: Dominik Lapp

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Corny Collins (Rob Fowler) und das Ensemble der Kölner Produktion. (Foto: Thommy Mardo)
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Uwe Ochsenknecht und Leon van Leeuwenberg als Ehepaar Turnblad in "Hairspray". (Foto: Nilz Böhme)
Artikel vom 14.01.2010    |    Musicalmagazin    |    Startseite
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