INTERVIEW | Enrico De Pieri und Dirk Bach werden bei der Uraufführung des Musicals "Kein Pardon" in Düsseldorf die Hauptrollen übernehmen (wir berichteten). Während De Pieri in die Rolle des Peter Schlönzke schlüpft, der im Film von Hape Kerkeling verkörpert wurde, wird Dirk Bach als Heinz Wäscher zu sehen sein, der im Film von Heinz Schenk gespielt wurde.
Enrico De Pieri verkörperte bisher nicht nur Rollen wie Sancho in "Der Mann von La Mancha" (Hamburg) und Porthos "3 Musketiere" (Stuttgart, Tecklenburg), sondern ist auch als Gesangsdozent tätig. Dirk Bach sammelte hingegen Musical-erfahrung in Produktionen wie Disneys "Die Schöne und das Biest" (Stuttgart) und Disneys "Der Glöckner von Notre Dame" (Berlin).
Enrico, wie ist es für dich, in der Rolle des Peter Schlönzke in die Fußstapfen von Hape Kerkeling zu treten?
Enrico De Pieri: Das ist die größte und schönste Herausforderung in meinem Leben, und ich kann das noch gar nicht richtig glauben. Hape Kerkeling ist für mich überhaupt der lustigste Mensch im deutschen Fernsehen. Ich weiß auch gar nicht, ob ich da in die Fußstapfen treten will. Ich versuche einfach, mein Bestes zu geben, den Peter Schlönzke zu spielen und nicht Hape Kerkeling zu spielen. Ich denke, das ist ganz wichtig. Es darf keine Kopie werden - das ist eine große Herausforderung.
Hast du dir vor dem Probenbeginn den Film "Kein Pardon" zur Vorbereitung angesehen, oder hast du das bewusst nicht getan, um völlig frei an deine Rolle heranzugehen?
Enrico De Pieri: Ich habe den Film zwei- bis dreimal vor der Audition gesehen, als ich das Material des Bühnenstücks erhalten habe. Ich wolle schließlich wissen, wie nah das Musical am Film ist. Es gibt natürlich ein paar Sachen wie den Glücksautomaten, die einfach nah am Film sein müssen. Aber jetzt möchte ich den Film vorerst nicht mehr sehen.
Warum freust du dich besonders auf die Rolle des Peter Schlönzke?
Enrico De Pieri: Für mich persönlich ist Peter Schlönzke unglaublich nah an mir selbst dran. Ich muss diese Rolle eigentlich gar nicht spielen. Ich lese den Text als Enrico und bin Peter. Ich komme aus einer Familie, die zwei Eisläden hat, stamme also auch aus einem bürgerlichen Haushalt und bin im Showbusiness gelandet. Peter hat ja auch den Wunsch, auf die Bühne zu gehen. Deshalb kann ich ihn gut spielen. Außerdem macht diese Rolle eine tolle Entwicklung durch. Ich mag zwar auch die anderen Rollen, die ich bisher gespielt habe, zum Beispiel den Porthos in "3 Musketiere". Aber Peter Schlönzke ist doch noch etwas anderes. Man macht eine Art Reise in dieser Rolle. Und ganz wichtig: Ich trage das Stück. Das ist toll, mal Verantwortung zu haben und die Hauptrolle zu spielen.
Dirk, bist du als alter Hase im Showgeschäft trotzdem noch aufgeregt vor so einer Uraufführung wie "Kein Pardon"?
Dirk Bach: Ja, klar! Und wie! Das ist eine Uraufführung. Vor allem ist es meine erste. Denn in die anderen Musicals, in denen ich bisher mitgespielt habe, bin ich ja immer mehr oder weniger quer eingestiegen. Diese Stücke standen ja schon. Das ist natürlich ein ganz anderes Arbeiten. Und nun bei "Kein Pardon" von null an dabei zu sein, ist absolut großartig. Es ist unfassbar aufregend, weil man nicht weiß, was geschieht. Wir wissen nicht, wie sich alles entwickeln wird und was vielleicht noch aus der Show fliegt - Szenen, an denen wir hängen. Das ist ein unglaublich spannender Prozess, auf den ich mich wahnsinnig freue.
Was ist das Besondere an der Rolle des Heinz Wäscher?
Dirk Bach: Für mich ist besonders schön, dass sich damit ein Kreis schließt. Als junger Mann habe ich ja den Hardy Loppman im Film "Kein Pardon" gespielt. Jetzt hat sich daraus ein Musical entwickelt und ich übernehme die große Rolle, die im Film von Heinz Schenk verkörpert wurde. Altersmäßig ist das natürlich auch nur konsequent (lacht). Aber ich finde es toll und freue mich besonders, dass ich singen darf. Diese Möglichkeit habe ich sonst ja nicht oft. Mit Musik und den jungen Kollegen zu arbeiten, ist für mich das Größte.
Auf was dürfen sich die Fans des Films "Kein Pardon" im Musical freuen?
Dirk Bach: Ich glaube, die dürfen sich auf all das freuen, was sie an dem Film so sehr lieben. Es gibt in dem Film Dinge, die man sich zwei Jahrzehnte lang erzählt hat und die man immer wieder gerne zitiert. Diese Dinge, die den Kult um den Film ausmachen, wurden für das Musical eingefangen. Und nur so kann es auch funktionieren.
Text: Dominik Lapp







