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Kunze und Wildhorn im Gespräch bei "Der Graf von Monte-Christo"

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Beeindruckend agiert Thomas Borchert in der Titelrolle als Graf von Monte Christo. (Foto: Theater St. Gallen)
Beeindruckend agiert Thomas Borchert in der Titelrolle als Graf von Monte Christo. (Foto: Theater St. Gallen)
16.03.2009 Drucken

Im Zuge der Weltpremiere des Musicals "Der Graf von Monte Christo" hatte thatsMusical.de die Gelegenheit mit prominenten Besuchern zu sprechen: Frank Wildhorn und Dr. Michael Kunze.

Dr. Michael Kunze (Gast)

Als „wunderbare Aufführung“ bezeichnete Deutschlands Musical-Autor Nummer 1, Dr. Michael Kunze, die Weltpremiere von „Der Graf von Monte Christo“ am Theater St. Gallen. „Es hat eine ganz ausgezeichnete Qualität und es ist sehr gut gelungen, die Komplexität des Buches für eine Bühnenversion zu straffen. Darüber hinaus ist es praktisch durchkomponiert, das finde ich besonders lobenswert.“ Kunze, der zum ersten Mal zu Besuch in St. Gallen war, zeigte sich darüber hinaus begeistert von den Möglichkeiten des Dreispartenhauses. „Das ist allerhöchstes Niveau, das hier geboten wird. Das Theater St. Gallen kann sich mit jedem Ensuite-Theater messen“, zeigte sich Dr. Kunze beeindruckt.

Der Wunsch, dass eines seiner Stücke in nicht allzu ferner Zukunft in St. Gallen zur Aufführung kommt, ist bei Kunze definitiv vorhanden. „Es ist wirklich eines der wichtigsten Musicalhäuser überhaupt im deutschsprachigen Raum.“ Zu konkreten Plänen wollte sich Kunze aber nicht äußern.

Frank Wildhorn, Komponist

„I could not be more proud“ (Ich könnte nicht stolzer sein“) sagte Komponist Frank Wildhorn kurz nach der Premiere seines Stückes „Der Graf von Monte Christo“ zu thatsMusical.de. Es sei eine wundervolle Erfahrung gewesen, mit dem Theater St. Gallen und dessen Kreativteam ein neues Stück zu entwickeln. „The energy is wonderful“ (Die Energie ist wundervoll). Ständig habe es neue Inspirationen gegeben und dass das Haus in der Lage gewesen sei, so tolle Künstler, Sänger und Schauspieler zu engagieren, habe ihn schlicht begeistert.

Dabei dürfte das für Wildhorn keine allzu große Überraschung gewesen sein. Die gute Reputation des Hauses hatte ihn nach eigenen Angaben schließlich dazu gebracht, auch schon die Europapremiere seines Stückes Dracula in St. Gallen zu feiern. Dass mit „Der Graf von Monte Christo“ nun eine Uraufführung folgte, war für Wildhorn daher kein allzu großes Risiko gewesen sein. Zumal es sich bei dem Musical über den Klassiker aus der Feder von Alexandre Dumas um eine Auftragsarbeit des Theaters gehandelt hatte.

Die Idee, den romantischen Klassiker aus der Mantel- und Degen-Epoche Dumas auf die Bühne zu bringen, hatte Theaterdirektor Werner Signer vor drei Jahren gehabt – und „es war ein Kinderspiel, Frank davon zu überzeugen, die Musik zu komponieren“, erklärte der Vater der Idee auf der Premierenfeier.

Warum er von der Idee so begeistert war, diesen klassischen Stoff auf die Bühne zu bringen, erklärte der Komponist gegenüber thatsMusical.de so: „Der Stoff ist einfach zeitlos: Es geht um Liebe und Ehre, aber auch um Rache und Vergeltung.

Darüber hinaus habe Buchautor Jack Murphy „a wonderful job“ getan. „Die Charaktere sind so vielschichtig. Sie beinhalten so viel mehr als jeder Mensch im realen Leben. Und er hat es geschafft, diesen Charakteren auch auf der Bühne diese Vielschichtigkeit zu geben.“

Angesprochen auf die musikalischen Ähnlichkeiten zu anderen seiner Stücke reagiert Frank Wildhorn überrascht: „Die sehe ich nicht. Dieses Stück ist mehr Oper als Musical. Die Orchestrierung ist wesentlich ausgeprägter als bei `Jekyll & Hyde` oder `The Scarlet Pimpernel`. Ich hoffe, dass ich mit diesem Stück musikalisch gewachsen bin und auch noch weiter wachsen werde.“ Im Originalton sagte Wildhorn weiter: „This show represents me being a student.” Die großen Melodien aus „Der Graf von Monte Christo wären als ein Zeichen für große Oper zu werten.

 

Gespräch: Stephanie Tatenhorst

Artikel vom 16.03.2009    |    Musicalmagazin    |    Startseite
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